„ehe man sich versieht“

19. Jul. 2011

Sicher kennt ihr das auch. Man hat einen potentiellen Auftraggeber kennengelernt, hat Kontakt hergestellt, das Projekt besprochen, für das er uns braucht, die Einzelheiten geklärt, schreibt die Auftragsbestätigung, erhält sie unterschrieben zurück und beginnt mit den Skizzen. Oder Entwürfen für die Webseite oder was immer. Diese gehen zurück, der Kunde soll sie in Ruhe wirken lassen und anschließend freigeben. Es dauert ein paar Tage, das ist in Ordnung, schließlich hat jeder noch anderes zu tun, als unsere Entwürfe zu begutachten. Dann die Mail, man müsse sich noch intern abstimmen, den und den fragen, der Kollege soll noch mal drauf schauen, die Freigabe des Autoren abwarten oder ähnliches. Es vergeht ein Tag und dann die Mail, das Projekt sei leider abgesagt worden. Gründe diverse, Budgetkürzungen, Uneinigkeiten, Verzicht auf Illustrationen zugunsten von Fotos (Liste beliebig fortführen).

Na wie auch immer, das Ergebnis bleibt das gleiche. Kein Projekt. Immer wieder hat der gemeine Freiberufler mit so etwas zu tun, kann nicht wirklich viel dagegen ausrichten und liest einfach stumm die Mail. Oder lauscht am Telefon. Drückt sein Bedauern aus, das natürlich auch echt ist, immerhin ist ein guter Job verloren gegangen. Und man hofft auf eine zweite Chance, irgendwann.

Aktuell ist es mir so wieder ergangen, ich freue mich, dass ich inzwischen gelernt habe, nie mit etwas anzufangen, bevor man das Go erhalten hat. Die Unterschrift war da, die Skizzen also erledigt. Dafür gibts eine Vergütung. Aber ich hätte auch schon weiter machen können, zumindest vorarbeiten. Papier aufs Format zurechtschneiden, aufziehen, grundieren. Auch Zeit, die dann umsonst gewesen wäre.

Ich wünsche mir Jobs, die einfach über die Bühne flutschen. Ganz glatt. Einfach reibungslos, nahtlos und zu aller Zufriedenheit. Vielleicht ist der nächste wieder so einer. Oder der aktuelle. Obwohl, nein, der nicht, da stockt es gerade in der Skizzenphase schon. Also dann doch der nächste. Bitte.

 

2 Kommentare

  1. Katja sagt:

    Liebe Meike;
    ich arbeite jetzt seit knapp 20 Jahren als selbstständige Grafikerin und habe solche eckigen Projekte glücklicherweise äußerst selten. Aber wenn sowas mal vorkommt, dann denke ich immer, daß es wie Ebbe und Flut ist und wie das ganze Leben. Es geht hin und her, auf und ab und enspannte Projekte bei denen alles flutscht wechseln sich ab mit Projekten bei denen es mal hakt oder die sich in Luft auflösen.
    Gut für Dich: Du bekommst Deine Skizzen vergütet, weil Du so clever bist alles schriftlich festzuzurren und Du wirst mit ähnlichen Problemen immer entspannter umgehen, weil es einfach zum Joballtag dazugehört.
    Ich wünsche Dir jetzt mindestens 125 Jobs bei denen es richtig klasse läuft :-)

    Happy day, Katja

  2. Meike sagt:

    Das wünsche ich mir und dir auch, liebe Katja, 125 Jobs, die flutschen! Das ist sowieso ein tolles Wort, das muss man viel öfter nutzen.

    Aber du hast recht, es wird sich immer abwechseln, mal auf, mal ab gehen. Und dann wieder auf!

    Grüße
    Meike

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