„Rezension Sketchnotes & Graphic Recording“

27. Feb. 2017

„Sketchnotes & Graphic Recording“ von Anna Weiss
Buchrezension von Meike Teichmann

Der Untertitel des Buches lautet „Eine Anleitung“. Und genau das ist dieses umfangreiche Buch über das Thema Sketchnotes und Graphic Recording auch. Eingeteilt in 5 Kapitel, geht Anja Weiss mit dem Leser einmal durch den gesamten Lernprozess. Sie beginnt mit dem Zeichnen allgemein und den Basics und kommt dann zu den Themen Sketchnotes, Graphic Recording und Illustration, erklärt die Unterschiede, ihre Erfahrungen damit und zeigt in sehr vielen Bildbeispielen die verschiedenen Herangehensweisen auf.

 

Hier gehts ums schnelle Zeichnen und Erfassen des gesprochenen Wortes

Hier gehts ums schnelle Zeichnen und Erfassen des gesprochenen Wortes

 

Es wird dem Leser die Scheu vor einem möglichen Perfektionismus genommen, eine Linie darf in diesem Tätigkeitsfeld gerne auch krumm sein, eine Figur nicht perfekt. Denn für Perfektionismus bleibt keine Zeit. Man zeichnet einen gesprochenen Vortrag mit oder begleitet Arbeitsgruppen bei der Diskussion, es muss schnell gehen. Deswegen wird ein Schwerpunkt auf das wirklich Wesentliche gelegt, Unwichtiges kann erst einmal entfallen und ggf. später ergänzt werden. Anja Weiss zeigt, wie man für oft auftauchende Begriffe die richte Bildsprache findet, die schnell von der Hand geht und dennoch klar zeigt, um was es geht. Es geht um Abstraktion, Übung und das Erlernen und Einprägen einfacher Formen für immer wiederkehrende Begriffe.

Das Kapitel Basics beschäftigt sich dann auch mit genau diesen Ausdrucksweisen, angefangen bei den Grundformen, Menschen und Orten über die Darstellung von Prozessen und Schrift. Wie kann ich im Bild darstellen, dass gesprochen wird, wie unterscheidet sich Schreibschrift von dicken Blocklettern und wie wirkt sich der Einsatz auf die Bildaussage aus? Dazu kommen Schatten und Farben, die das Bild zum einen interessanter machen, vor allem aber auch Aussagen unterstützen und voneinander abgrenzen können. Rahmen sind ein weiteres wichtiges Gestaltungselement.

 

Arbeiten mit Farbe

Arbeiten mit Farbe

 

In vielen unterschiedlichen Beispielen werden die verschiedensten Sketchnotes gezeigt, von Anja Weiss selbst gezeichnet oder auch von Kollegen. Man sieht die unterschiedliche Umsetzung, die jeweiligen Stile und Schwerpunkte. Immer dabei kurze erklärende Texte. Diese Vielfalt in der Ausdrucksweise macht es dem Leser möglich, sich das ganze Thema sehr gut vorzustellen und zu erfahren, wie unterschiedliche doch ähnliche Situationen dargestellt werden können.

 

Beispiele unterschiedlicher Zeichner

 

Es werden viele Übungen gezeigt, wie man sich auf den ersten richtigen Job in diesem Bereich vorbereiten kann. Dazu sind sogar im Buch freie Seiten gelassen worden. Egal ob man Orte darstellen will, Bewegungen oder Sprache, es gibt unterschiedliche Ausdrucksformen dafür.

 

Mit einfachen Formen viel sagen

 

Über die Sketchnotes kommt die Autorin zum Graphic Recording, erklärt, wie sie sich selber zum Beispiel auf einen Einsatz bei einer Tagung vorbereitet. Viel Zeit vor Ort ist selten, man sollte sich gut organisieren. Es folgen fünf Beispiele von ihr und sie gibt viele Tipps.

Der Bogen ist geschlagen von der ersten krakeligen Zeichenübung hin zum schnellen und strukturierten Zeichnen während einem gesprochenen Vortrag. Sicherlich ein langer Weg, will man diesen Berufszweig für sich entdecken. Das Buch hilft aber in jedem Fall dabei, den Weg nicht aus den Augen zu verlieren, nimmt die Angst vor dem Perfektionismus und dem weißen Blatt und bietet viele konkrete Tricks, die man anwenden kann, um sich gut vorzubereiten und mit sicherem Strich die Gesprächsaussagen einzufangen.


Weiss, Sketchnotes & Graphic Recording

26,90 Euro(D)
2016, 204 Seiten
ISBN: 978-3-86490-359-5
dpunkt.verlag

 

Kommentar schreiben