„Wandbildtester“

17. Aug. 2016

Ich wurde zum Tester von Wandbildern, die die Firma Saal Digital anbietet. Der Kunde kann seine Fotos oder Illustrationen hochladen und sie auf unterschiedlichen Untergründen drucken lassen. Zur Auswahl für die Wandbilder stehen Aludibond, Hartschaumplatte, Acrylglas, Fotoleinwand, Galleryprint, Aludibond Butlerfinish und Picturebox. Es wurden Leute gesucht, die diese Drucktechniken einmal testen wollten und ich habe mich angemeldet. Dafür gab es einen 50,- Gutschein, den man frei für seine Motive und die bevorzugten Druckverfahren einsetzen konnte.

Ich habe mich für vier unterschiedliche Druckverfahren entschieden, damit ich auch wirklich unterschiedliche Artikel bewerten und vergleichen kann: Acrylglas, Aludibond, Hartschaumplatte und den Galleryprint habe ich bestellt, jeweils in etwa A6-Größe. Zusätzlich kann man eine Aufhängung dazu kaufen, damit das Bild auch an die Wand kann. Auch hier hat man die Wahl zwischen drei unterschiedlichen Varianten.

Mein Eindruck war in Bezug auf Druckqualität und Medium unterschiedlich. Empfehlen kann ich in jedem Fall das Acrylglas. Es bietet eine glänzende Oberfläche, die mit einer Folie beim Transport geschützt ist. Das Foto wird hinter dem Acrylglas aufgewertet, was leider auch nötig ist. Obwohl die Bilder hochauflösend und von einem Profifotografen bei super Lichtverhältnissen aufgenommen wurden (das Programm von Saal bestätigte mir die gute Qualität), sind die Drucke sehr grobkörnig und man sieht die einzelnen Rasterpunkte. Das ist vermutlich dem Digitaldruck geschuldet, macht das Ergebnis aber leider nicht schöner. Durch das glänzende Acrylglas oben drüber wird der etwas mäßige Druck „überspielt“, er fällt kaum auf.

 

Acrylglas als der Favorit

Acrylglas als der Favorit

 

Ähnlich beim Galleryprint, eine Mischung aus Aludibond-Platte und oben drüber Acrylglas. Auch hier veredelt die Acrylplatte das Druckergebnis und kaschiert die Rasterpunkte ein wenig. Das Foto nur auf Aludibond hat diese Hilfe leider nicht, man sieht die Rasterpunkte sehr deutlich, es scheint ein leichter Grauschleier über dem Bild zu liegen. An sich eine schöne Art, seine Bilder an die Wand zu hängen, ich würde sie aber nicht empfehlen, wenn man auf gute Druckergebnisse wert legt.

 

Der Galleryprint, erst Aludibond, darüber Acrylglas

Der Galleryprint, erst Aludibond, darüber Acrylglas

 

Das vierte Bild war eine Illustration, kein Foto. Bewusst habe ich hierfür die Hartschaumplatte verwendet und damit eine etwas rauere Oberfläche erhalten. Sie passt zu der Illustration und kaschiert durch ihre leichte Struktur die Rasterpunkte im Druck. Für Illustrationen geeignet, würde ich diesen Untergrund für Fotos wohl nicht nutzen, da er zu rau ist. Aber möglicherweise gibt es Motive, wo diese haptische Oberfläche und die damit einhergehende leichte Struktur passen.

 

Oberfläche mit leichter Struktur bei der Hartschaumplatte

Oberfläche mit leichter Struktur bei der Hartschaumplatte

 

Mein Fazit also für die vier Wandbilder, die ich getestet habe: Acrylglas und auch der Galleryprint eignen sich für schöne Fotos und machen sicherlich an der Wand in groß etwas her, Aludibond würde ich nicht empfehlen, weil leider der etwas schwache Druck nicht aufgewertet wird. Die Hartschaumplatte eignet sich für Illustrationen gut, wenn man eine leichte Struktur über dem Bild haben möchte. Ansonsten sind alle vier Varianten gut verarbeitet worden und wurden einzeln verpackt mit jeweiliger Beschriftung und Schutzfolie geliefert, da gibt es nichts zu meckern. Eine Anmerkung hätte ich noch zur Aufhängung, die man hinzukaufen kann. Ich habe mich für die günstigste und für meine Bedürfnisse passendste entschieden, sie hat eine sehr breite „Lasche“, unter die man einen kleinen Haken, keinen Nagel, schiebt zum dran aufhängen. Der Haken hat viel Spiel und es ist schwer, das Bild exakt in die Waagerechte zu bringen, weil es hin und her rutscht. Da wäre eine kleine Aufhängung sicherlich hilfreich.

 

Die Aufhängung

Die Aufhängung

 

Meine Ansprüche an einen guten Druck sind sicherlich höher als die eines normalen Verbrauchers, da ich aus dem grafischen und illustratorischen Bereich komme, achte ich natürlich auf ein gutes Druckergebnis und möchte möglichst keine Rasterpunkte sehen. Es mag also sein, dass ich auf sehr hohem Niveau kritisiere. Allerdings hätte ich mich geärgert, wenn ich einen Kunstdruck verkaufen möchte und das Ergebnis dann eben nicht 100% wäre. Für den Privatgebrauch sind die Drucke, vor allem in Verbindung mit Acrylglas, aber auf jeden Fall zu empfehlen.

 

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